Wirtschaftsethik - quo vadis?

AbstraktIn ihrem Einführungsreferat zu Beginn des zweiten Tages der Veranstaltung knüpfte die Veranstalterin des Symposiums, Ingeborg Gabriel, an die Ausführungen Sedláčeks an und steckte die Problemfelder ab: Die Ethik habe die Aufgabe und die Pflicht, der Wirtschaft mit ihren Forderungen lästig zu sein. Damit griff Gabriel zwei Motive auf: Einerseits den Philosophen Sokrates, der von den Athenern als eine Stechmücke denunziert wurde, weil er mit seinen Fragen eine Irritation darstellte; andererseits das Apostolische Schreiben des Papstes Franziskus Evangelii gaudium, indem er festhält: „Es ist lästig, wenn man von Ethik spricht, es ist lästig, dass man von weltweiter Solidarität spricht, es ist lästig, wenn man von einer Verteilung der Güter spricht, es ist lästig, wenn man davon spricht, die Arbeitsplätze zu verteidigen, es ist lästig, wenn man von der Würde der Schwachen spricht, es ist lästig, wenn man von einem Gott spricht, der einen Einsatz für die Gerechtigkeit fordert.“ (EG, 203). Auch hob Gabriel hervor, dass Ökonomie und Wirtschaft von Beginn an mit der Ethik in enger geistiger Verwandtschaft stehen. Erst in der technokratischen Dynamik der Moderne kam es zu einem Übergewicht der instrumentellen Vernunft, die nun nach einem Ausgleich verlangt. Das größte Übel sei Reichtum ohne Gerechtigkeit, dagegen hält Franziskus sein vierfaches Nein: Nein zur Wirtschaft der Ausschließung; Nein zur neuen Vergötterung des Geldes; Nein zu einem Geld, das regiert statt zu dienen; Nein zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt hervorbringt.
NameGabriel, Ingeborg Gerda
RolleVortragendeR
AktivitätVortrag
VeranstaltungWirtschaft - Gemeinwohl - Glück. Wirtschaftsethische Perspektiven interdisziplinär
StadtWien
LandÖsterreich
Art der VeranstaltungKonferenz
Datum2015.4.10
Keywords:603204 Christliche Soziallehre, 502048 Wirtschaftsethik